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Alte Regel, neue Plattform: Der Digital Services Act fordert nun auch Änderungen auf LinkedIn und sorgt dafür, dass Advertiser dort kein Targeting mit Daten aus Gruppen betreiben dürfen. Erfahre, was es mit dem Digital Services Act auf sich hat, welche die jüngsten Entwicklungen sind und welche Auswirkungen dich als User erwarten.

Was bisher geschah

Der „Digital Services Act” trat bereits 2022 in Kraft und ist seit 2024 in der EU anwendbar. Er sollte als Governance-Rahmen dafür sorgen, dass Online-Inhalte sicherer werden. Beispielsweise dadurch, dass Anbieter:innen mehr Informationen über die Nutzung von Daten offenlegen sollen und spezifische Pflichten in Bereichen wie algorithmischer Transparenz und Werbe-Targeting festlegt wurden. Der Digital Services Act der EU verlangt, dass geprüfte Forscher:innen und NGOs Zugang zu Plattformdaten erhalten. Eine zentrale Anforderung ist die „Minderung systemischer Risiken wie Manipulation oder Desinformation“. Dies soll den gesellschaftlichen Einfluss großer Online-Dienste besser regulieren. Die Regelungen betreffen Content-Moderation, Advertising sowie die Personalisierung und das Targeting, die transparenter und kontrollierbarer werden müssen. Seit der Erlassung des DSA wurden Plattformen wie TikTok bereits zu konkreten Veränderungen aufgerufen. Nun ist auch LinkedIn an der Reihe.

Patrick Corrigan, Vizepräsident für Recht und digitale Sicherheit bei LinkedIn, erklärte, dass das Unternehmen, obwohl es der Ansicht ist, die Anforderungen des DSA eingehalten zu haben, die Funktion zur Erstellung von Werbezielgruppen basierend auf Gruppenmitgliedschaftsdaten entfernt hat. Diese Änderung solle verhindern, dass Anzeigen in der EU basierend auf speziellen Datenkategorien zielgerichtet geschaltet werden könnten. Für Werbetreibende bedeutet dies, dass sie in der EU nun eine wichtige Quelle für gezielte Werbung verlieren: LinkedIn-Gruppen, die seit 2010 existieren und es Nutzer:innen ermöglichen, sich über gemeinsame Interessen auszutauschen.

Grundsätzlich aber ist das Targeting auf LinkedIn weiterhin möglich, nur in diesem Kontext eingeschränkt.

Alternative Werbeoptionen auf LinkedIn

LinkedIn hat kürzlich die Thought Leader Ads ausgeweitet. Diese ermöglichen es Unternehmen, den Content von Mitgliedern zu bewerben, auch wenn diese nicht zum Unternehmen gehören; die Inhalte müssen aber in vom Unternehmen verwalteten Gruppen erscheinen. Diese Erweiterung der Werbemöglichkeiten erlaubt es Marken, vertrauenswürdige Stimmen aus verschiedenen Bereichen zu nutzen, um Zielgruppen mit relevanten Informationen zu erreichen. Eine ausführliche Erläuterung dazu findet sich in unserem dedizierten Beitrag.

Weitere neue Werbelösungen finden Advertiser für LinkedIn im Bereich Video vor. Die Anzahl der Video-Uploads auf LinkedIn ist im Jahresvergleich um 45 Prozent gestiegen. Deshalb testet LinkedIn mit dem Wire-Programm eine neue Initiative, die es Marken ermöglicht, In-Stream-Videoanzeigen neben vertrauenswürdigen Publisher-Inhalten wie beispielsweise Bloomberg und Forbes zu schalten. Es steht globalen Werbetreibenden zur Verfügung und hilft, Käufer:innen zu erreichen, die zunehmend digitale Videos konsumieren.

Wie geht es nun weiter? Die EU beobachtet die vom DSA ausgelösten Veränderungen auf LinkedIn weiterhin. Bislang lässt sich festhalten, dass der DSA bereits zu strengeren Regularien für Tech-Dienste geführt hat. In den Worten von EU-Kommissionsmitglied Thierry Breton:

The Commission will monitor the effective implementation of LinkedIn’s public pledge to ensure full compliance with the DSA. While we will remain vigilant, it is positive to see the DSA delivering change that no other law has attained so far, in Europe and beyond.

Marketing-Trends auf LinkedIn:

Mehr Video-Uploads, mehr AI, mehr Ad-Formate

© LinkedIn, KI-generiert via Adobe Firefly

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