Anfang Juni kündigte LinkedIn an, stärker gegen AI Slop vorgehen zu wollen – also KI-generierte Inhalte, die zwar professionell formuliert sind, sich inhaltlich aber oft ähneln und kaum eigene Perspektiven bieten. Nun setzt LinkedIn den nächsten Baustein seiner Strategie um und bezieht dabei auch die Community ein.
LinkedIn rollt schrittweise eine Meldefunktion für alle Nutzer:innen weltweit aus, über die Mitglieder Beiträge als „Seems like AI slop“ kennzeichnen können. Wie Chief Product Officer Hari Srinivasan in einem Beitrag auf LinkedIn erklärt, sollen die Rückmeldungen dazu beitragen, die Erkennungssysteme der Plattform kontinuierlich zu verbessern. Der Kampf gegen AI Slop gehört inzwischen zu den wichtigsten Prioritäten des Unternehmens.
LinkedIn geht gegen AI Slop vor
– diese Formulierungen lassen Posts nach ChatGPT klingen
LinkedIn setzt bei AI Slop auf das Feedback der Community
Wer einen Beitrag oder Kommentar für generischen KI-Content hält, kann ihn künftig über das Drei-Punkte-Menü als „Seems like AI slop“ markieren. Die Hinweise führen laut LinkedIn nicht dazu, dass Inhalte automatisch entfernt oder abgestraft werden. Stattdessen nutzt die Plattform das Feedback, um ihre Erkennungssysteme zu verbessern und generische Inhalte künftig seltener in den Empfehlungen auszuspielen. Zusätzlich testet LinkedIn eine Funktion, die Autor:innen im Analytics Dashboard privat darauf hinweist, wenn Mitglieder den Eindruck hatten, dass ein Beitrag zu stark nach KI klingt. Eine feste Definition von AI Slop gibt es bewusst nicht.
Slop is hard to define and the definition changes; this lets us tune our models and make better feeds,
schreibt Srinivasan. Gerade weil die Grenze zwischen sinnvoller KI-Unterstützung und austauschbarem KI-Content fließend ist, setzt LinkedIn auf das Urteil der eigenen Community.
Studie: Auf LinkedIn ist der Anteil KI-generierter Beiträge am höchsten
Fast jeder zweite längere Beitrag auf LinkedIn könnte inzwischen vollständig mit KI erstellt sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des KI-Erkennungsunternehmens Pangram, wonach rund 41 Prozent der längeren Beiträge vollständig KI-generiert sind – mehr als auf jeder anderen untersuchten Plattform.

Der Handlungsdruck ist entsprechend hoch: Nach Angaben von Srinivasan blockierte das Unternehmen allein in den vergangenen Monaten Milliarden automatisierter Veröffentlichungsversuche sowie täglich Hunderttausende automatisierte Kommentare.
Mit dem neuen Meldebutton allein will LinkedIn das Problem allerdings nicht lösen. Die Funktion Enhance your post, die Beiträge automatisch umformulierte, verschwindet. Stattdessen setzt das Unternehmen künftig auf ein Proofreading Tool, das Texte nur sprachlich verbessert, ohne den persönlichen Schreibstil zu verändern.
Auch bei der Erkennung generischer Inhalte legt LinkedIn nach. Neue Klassifizierungsmodelle sollen AI Slop und andere austauschbare Beiträge zuverlässiger erkennen und seltener in den Empfehlungen ausspielen. Der Melde-Button liefert dafür zusätzliches Feedback aus der Community. Statt KI aus dem Schreibprozess auszuschließen, will LinkedIn vor allem Inhalte fördern, die eigene Expertise und persönliche Perspektiven einbringen.
Stelle OnlineMarketing.de als bevorzugte Quelle auf Google ein
Wenn du OnlineMarketing.de auf Google als bevorzugte Quelle einstellen möchtest, um auch in den Schlagzeilen auf Google immer aktuelle News und Tipps aus der Welt des Marketing und der Tech-Entwicklungen zu finden, kannst du einfach die Google-Quelleneinstellungen aufrufen und die Seite anwählen. Über das Stern-Icon neben den Top Stories kannst du ebenfalls bevorzugte Quellen für die spätere Suche speichern.

